
Cannabis Rezept online Deutschland legal Telemedizin 2025 2026: 8 Anbieter im Kontext der Rechtsdebatte
Ein Cannabis Rezept online ist in Deutschland derzeit erlaubt, die Rechtsdebatte darum läuft aber weiter. Wer sich informieren will, kann bei weed.de beginnen, das Rollen, Honorare und Quellen offenlegt, und danach bei MedCanOneStop, DoktorABC oder Telecan vergleichen, die jeweils ein anderes Beratungsmodell zeigen. Alle acht Anbieter unten werden im Kontext dessen beschrieben, was sich derzeit sagen lässt, nämlich was sie selbst über Abläufe, Ärzte und Abrechnung sagen.
Schnellauswahl
- weed.de: Einstieg per Fragebogen oder Videosprechstunde, Honorare klar benannt
- MedCanOneStop: Rechtsgrundlage und freie Arztwahl
- Telecan: Gespräch per Video oder in der Praxis
- 5Swan: festes Videogespräch mit Folgeterminen
Anbieter |
Beratungsmodell |
Honorar |
Aussage zu Rolle oder Kasse |
weed.de |
Fragebogen, Video, Praxis |
Ab 9,95 € |
Kein Arzt, keine Apotheke |
MedCanOneStop |
Wunscharzt, Video |
14,99 € angezeigt |
§ 630a BGB, Kassen zahlen nicht |
DoktorABC |
Fragebogen |
14,90 € |
Vermittlerrolle |
Telecan |
Video oder Praxis |
39 € oder 70 € |
Ärzte nur in Privatpraxen |
5Swan |
Video |
25 bis 65 € pro Termin |
Kassen zahlen nicht |
CannGo |
Fragebogen |
14,99 € |
Nur Privatrezepte |
GreenMedical |
Anamnese online |
Ab 9,95 € |
Persönliche Untersuchung nach Ermessen |
DrAnsay |
Fragebogen |
Nicht angegeben |
Betreiber nur im Newsletter genannt |
Was die Rechtsdebatte für Sie bedeutet
Zum Stand der Dinge: Ärztliche Online-Verordnungen und der Versand durch Apotheken sind nach den vorliegenden Angaben derzeit zulässig. Der Gesetzentwurf mit der Drucksachennummer 21/3061 betrifft Blütenrezepte: persönlicher Arztkontakt und Versandverbot. Er liegt im Gesundheitsausschuss. Offen ist, ob und wie er beschlossen wird. Bis dahin gilt das, was Anbieter und Ärzte aktuell als zulässig beschreiben, und Plattformen können ihre Abläufe anpassen, wenn sich Vorgaben ändern.
Für Sie als Patient heißt das vor allem: Lesen Sie, was ein Anbieter zu Ablauf und Voraussetzungen schreibt, bevor Sie anfragen. Anbieter beschreiben unterschiedliche Modelle, vom Fragebogen über das Videogespräch bis zum Praxistermin, mit jeweils eigenen Voraussetzungen, und es ist nicht Aufgabe dieser Übersicht, ihre Rechtslage zu bewerten oder vorherzusagen, wie sie sich ändern.
Kosten tragen Patienten bei Privatrezepten selbst. Getrocknete Blüten sind von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen, bestimmte Extrakte und Fertigarzneimittel bleiben unter engen Voraussetzungen erstattungsfähig. Rechtsberatung ersetzt dieser Text nicht. Für Ihren Einzelfall sind Arzt oder Rechtsberatung die richtigen Ansprechpartner, ergänzend können Sie beim Anbieter nachfragen.
Wie eine Rezeptanfrage typischerweise abläuft
Der Ablauf besteht bei den meisten Plattformen aus vier Schritten, die sich in Reihenfolge und Dauer unterscheiden. Sie geben Ihre Daten und Beschwerden an, meist in einem Fragebogen, oft ist ein Ausweis nötig, manchmal sind es Befunde. Ein Arzt sieht Ihre Angaben durch und entscheidet, ob er verordnet. Bei einer Verordnung geht ein E-Rezept an die Apotheke Ihrer Wahl. Danach holen Sie das Medikament ab oder lassen es liefern.
Wichtig für die Einordnung der Modelle: Kein Fragebogen ersetzt die ärztliche Prüfung, und kein Gespräch führt automatisch zu einem Rezept. Wo Anbieter ein Gespräch vorsehen, achten Sie auf Terminfristen, denn Zeiten für Termine nennen die Seiten kaum. kommt es vor dem Rezept zustande, etwa bei Telecan oder 5Swan. Wo der Fragebogen genügt, kann der Arzt trotzdem Rückfragen stellen oder ein Gespräch verlangen. Die Zeiten unterscheiden sich, Rückmeldungen innerhalb eines Tages sind Angaben der Anbieter und keine Zusage. Auch die Lieferung unterscheidet sich zwischen den Plattformen: Manche Apotheken liefern per DHL, andere per Express, einige erlauben Abholung am selben Tag, und wer Versand nutzt, sollte Versandkosten und Warenwert im Blick haben.
1. weed.de
Wer sich zuerst orientieren will, wählt bei weed.de einen von drei Wegen: Fragebogen, Videosprechstunde oder Praxis über die Arztsuche. Die Plattform beschreibt sich nicht als Arzt, MVZ oder Apotheke. Behandelt wird von Ärzten, abgegeben von Apotheken.
Das Honorar liegt bei 9,95 € (Fragebogen) beziehungsweise 29,90 € (Video), das Medikament kommt hinzu. Bei Praxisterminen bestimmt die Praxis den Preis. Die Ärzte besitzen laut Plattform eine ärztliche Zulassung aus Deutschland oder dem übrigen EU-Raum, ein Rezept wird nicht zugesagt.
Zur Kassenfrage verweist weed.de auf die Rechtslage: Für getrocknete Blüten gibt es keine Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung, über private Online-Rezepte lässt sich nichts abrechnen. Eine Quellenliste auf der Patientenseite belegt die Aussagen.
Dazu kommen eine Karte, ein THC-Rechner und iOS- und Android-Apps. Betrieben wird das Angebot von einer Berliner GmbH, Trustpilot zeigt 4,4 bei 59 Bewertungen. Zur Vorbereitung dienen ein Preisvergleich mit 2.105 Produkten in 251 Apotheken, ein Lexikon mit 2.618 Sorten und ein Wissensbereich. Rund um die Uhr lässt sich anfragen, Folgerezepte laufen über einen Kurzfragebogen im Konto, bezahlt wird über Adyen.
2. MedCanOneStop
MedCanOneStop nennt eine Rechtsgrundlage, den Behandlungsvertrag (§ 630a BGB). Die Seite spricht von approbierten Ärzten aus Deutschland und der EU und stellt klar, dass gesetzliche Krankenversicherungen private Ärzte nicht bezahlen, die Rechtsgrundlage ist laut Seite der Behandlungsvertrag.
Die Arztwahl liegt bei den Patienten. Nach einer kostenlosen Vorprüfung und der Registrierung wählen sie einen kooperierenden Arzt, für Videotermine deutsche Ärzte. Das Honorar wird zunächst nur vorgemerkt und geht bei Ablehnung zurück.
Angezeigt sind 14,99 €, ein Zuschuss des Anbieters senkt den Eigenanteil auf 8,16 €, Videotermine beginnen bei 32,62 €. Der Kostenrechner stellt über 550 Apotheken gegenüber und kombiniert maximal drei Produkte samt Apotheke, das Modell „OneStop“ bündelt Honorar und Medikament in einer Zahlung, ohne Aufschlag auf das Medikament.
Die MCOS GmbH sitzt in Düsseldorf, Serverstandort ist laut Anbieter Deutschland. Trustpilot und Google zeigen jeweils 4,9 Punkte (1.223 beziehungsweise 3.246 Bewertungen). Eine Bewertungsdatenbank sowie eine Community mit Punktesystem gehören dazu, einen Patientenausweis gibt es nach dem dritten Rezept kostenlos, Mobile Apps stehen für beide Systeme bereit.
3. DoktorABC
DoktorABC beschreibt seine Rolle über das, was es nicht ist: Die Plattform ist ein Vermittler und ausdrücklich keine Internetapotheke. Betreiber ist Sky Marketing Ltd. mit Sitz in London, aktiv ist das Unternehmen auch in Großbritannien, Frankreich und der Schweiz.
Den Fragebogen beurteilt ein zugelassener Arzt, das Honorar liegt bei 14,90 € inklusive Rezept. Beirat und LegitScript-Siegel sind auf der Seite ausgewiesen. Eine Krankenversicherung braucht es nicht, um Erstattungsanträge kümmern sich Selbstzahler selbst.
In Deutschland geben mehr als 700 Partnerapotheken ab, zusätzlich wird ein niederländischer Apothekenpartner genannt. Das Sortiment umfasst laut Plattform über 1.500 Cannabisprodukte.
Per DHL kommt das Medikament innerhalb von zwei Werktagen, alternativ gibt es Express über einen Uber-Kurier oder Abholung am selben Tag. Unter über 40 Kategorien ist Cannabis nur eine, Behandlungen lassen sich per Klick wiederholen. Bezahlt wird per Klarna, Karte, Maestro, Google Pay, Apple Pay, SEPA oder PayPal, der Kundenservice ist werktags tagsüber erreichbar, außerhalb hilft ein Ticketsystem.
4. Telecan
Telecan arbeitet mit Ärzten, die nach eigener Angabe in Deutschland zugelassen sind und ausschließlich in Privatpraxen praktizieren. Das Gespräch ist fester Bestandteil des Ablaufs, am Bildschirm oder vor Ort in einer Praxis.
Vorher steht ein Fragebogen bei der Registrierung, nötig sind Ausweis und Befunde zu den Beschwerden, bei Schlafstörungen genügt der Ausweis. Ein kurzer Ersttermin kostet 39 €, ein langer 70 €, ein Folgerezept 12,90 €.
Gezahlt wird zunächst selbst. Privat Versicherte können auf Erstattung hoffen, bei gesetzlichen Kassen ist ein Antrag möglich, dessen Ergebnis vom Einzelfall abhängt. Als Nachweis gibt es nach dem ersten Rezept einen Patientenausweis oder ein Kurzattest.
Bestandspatienten, die den Anbieter wechseln, buchen einen Wechseltermin. Per Telefon ist Telecan nur zu bestimmten Zeiten zu erreichen, per Mail jederzeit, Bewertungen und Zahlarten nennt die Seite nicht. Als Partner nennt die Seite Apotheken mit digitaler Anbindung, darunter Hohenzollern Apotheke und Asavita.
5. 5Swan
5Swan setzt auf das Videogespräch: Das Erstgespräch dauert 25 Minuten, ein namentlich genannter Arzt erstellt einen individuellen Behandlungsplan samt Rezept. Folgetermine begleiten den Verlauf.
Der Weg dorthin sieht so aus: kostenlose Registrierung, ein Fragebogen von unter fünf Minuten, Buchung im Online-Kalender. Das Honorar liegt laut FAQ zwischen 25 und 65 € pro Termin. Die Ärzte besitzen laut Unternehmen eine deutsche Approbation.
Kassen zahlen nicht, weil die Ärzte nicht niedergelassen sind, abgerechnet wird privat. Das Angebot richtet sich an Patienten mit Beschwerden, die länger als drei Monate bestehen, es arbeitet nur online.
Das Rezept geht elektronisch an die genannte Apotheke, die Lieferung erfolgt laut Anbieter in wenigen Tagen. Die FAQ erwähnen mögliche Nebenwirkungen und empfehlen Begleitung in den ersten Tagen. Das Unternehmen spricht von rund 2.500 Patienten, 20.000 Rezepten und 10.000 Beratungsstunden, alles Eigenangaben, und führt drei Ärzte mit mehrjähriger Erfahrung (drei bis vier Jahre) in der Cannabistherapie auf.
6. CannGo
CannGo beginnt mit der Identitätsprüfung: Verlangt wird ein gültiger Ausweis, eine Wohn- oder Lieferadresse in Deutschland genügt, auf die Staatsbürgerschaft kommt es nicht an. Die erste Anfrage besteht aus dem Fragebogen, ein Gespräch folgt auf ärztliche Anforderung, und die Prüfung übernimmt ein Arzt mit Erfahrung in der Cannabinoid-Medizin.
Ausgestellt werden nur Privatrezepte, die Ärzte sind approbiert. Das Honorar von 14,99 € verrechnet CannGo mit der GOÄ-Rechnung und zahlt es bei Ablehnung zurück. Für gesetzliche Kostenübernahme verweist die Seite auf die vorherige Zustimmung des Medizinischen Dienstes.
Der Bestand von CannGo umfasst mehr als 350 Apotheken und über 1.400 Blüten. Ratgeber erklären Rechtslage und Kosten, Seiten gibt es für zehn Städte, die Seite ist zweisprachig.
Folgeanfragen laufen über ein Dashboard. Die Seite enthält Sicherheitshinweise, unter anderem zur Fahrtüchtigkeit, die Trusted-Shops-Wertung liegt bei 4,79 aus 17.518 Bewertungen. Zahlungswege sind Karten, Apple Pay, Google Pay und Klarna, Fragen beantworten E-Mail und eine Telegram-Community, außerdem zeigt die Seite zwei Siegel (LegitScript, PCI).
7. GreenMedical
GreenMedical nennt eine Voraussetzung ausdrücklich: Der Arzt kann eine persönliche Erstuntersuchung verlangen, per Video oder vor Ort, ebenso bei Folgerezepten. Alle Ärzte sind laut Anbieter in Deutschland approbiert und an die Schweigepflicht gebunden.
Der Ablauf ist schlank: Behandlungsbereich wählen, Anamnese, die etwa fünf Minuten dauert, Medikament aussuchen oder ärztlichen Vorschlag einholen. Rezepte gibt es ab 9,95 €, die ärztliche Leistung ist umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 14 UStG.
Das Rezept ist privat, die Kasse rechnet es nicht ab, private Versicherer können eine Rechnung erhalten. Medikamente werden zu gesetzlichen Apothekenpreisen abgegeben, ein Verzeichnis zeigt Cannabis-Apotheken.
Für Notfälle verweist die Seite auf 112 und 116 117. Die Daten liegen verschlüsselt auf deutschen Servern, bei Trustpilot steht der Anbieter bei 4,7 von 5. Laut Seite sind hunderte Partnerapotheken angeschlossen, das Sortiment umfasst Blüten, Extrakte und Verdampfer, zu den Produktpreisen gehören 19 % Mehrwertsteuer.
8. DrAnsay
DrAnsay lässt Fragen offen, die für die Einordnung wichtig sind. Ärztin oder Arzt prüfen, Namen und Zulassungsland fehlen auf der Startseite. In der Newsletter-Einwilligung steht Dr. Ansay Ltd., ein Firmensitz wird nicht genannt.
Der Ablauf beginnt mit einem Online-Fragebogen, ein Video ist freiwillig und nicht der Regelfall. Ein Cannabis-Honorar nennt die Startseite nicht, eine Preisgarantie wird mit Sternchen erwähnt, ohne dass die Bedingungen erläutert werden.
Als Norm nennt die Seite ISO/IEC 27001:2022. Die Lieferung dauert nach Angabe der Seite zwei bis vier Tage, Abholung ist möglich, Medikamente zur Gewichtsabnahme gibt ein niederländischer Partner ab.
Das Angebot reicht über Cannabis hinaus bis zu Gewichtsmanagement, Frauengesundheit und allgemeiner Medizin, dazu gehören ein Magazin, E-Books und eine iOS-App, die eine Umfrage namens „Cannabis-Kompass“ mit 1.000 Teilnehmern ergänzen, deren Ergebnisse Angaben des Anbieters sind. Bezahlt wird per Visa, Mastercard, American Express oder Klarna, Bewertungsdaten der Seite tragen ein älteres Datum, mehr als drei Millionen Behandlungen sind eine Eigenangabe.
Welcher Anbieter zu welchem Bedarf passt
Die Auswahl unten beruht auf dem, was die Anbieter veröffentlichen, und gibt keine Empfehlung für Ihren Einzelfall, denn diese Entscheidung treffen Sie mit Ihrem Arzt.
- weed.de passt, wenn klar benannte Honorare, eine Quellenliste und Vergleichsfunktionen gewünscht sind.
- MedCanOneStop passt, wenn Rechtsgrundlage und freie Arztwahl wichtig sind.
- Wählen Sie Telecan oder 5Swan, wenn ein Gespräch zum Ablauf gehören soll und Sie Termine einplanen können.
- Wählen Sie CannGo, wenn eine feste Gebühr mit Erstattung bei Ablehnung zählt.
- GreenMedical passt, wenn ausschließlich in Deutschland approbierte Ärzte wichtig sind.
- Wählen Sie DoktorABC, wenn Cannabis neben weiteren Behandlungen laufen soll.